„Mama darfst du jemand anderes lieben-außer mir?“

Ich habe schon über viele Themen geschrieben und so einige Vorurteile und Probleme, die mir als Alleinerziehende über den Weg gelaufen sind hier erörtert. Und natürlich gibt es da ein Thema, was uns alle generell immer und überall begegnet und wohl auch alle sehr beschäftigt.

Die Partnersuche. Die Liebe.

Wobei ich bei mir nicht von der Partnersuche sprechen kann, da ich nicht aktiv gesucht habe. Allerdings ist es ein Thema, dass schon als kinderlose single Frau nervenaufreibend genug war. Was passiert aber, wenn du als alleinerziehende Mutter auf einmal vor der Frage stehst “ Wie erkläre ich meinem Kind, dass da nun noch jemand anderes dazu gehört?“. Wie mache ich einem Kleinkind klar, dass das idyllische „Wir zwei gegen den Rest der Welt Team“ auf einmal nicht mehr alleine existiert.

Hast du dich das auch schon einmal gefragt? Oder hast du womöglich jemanden im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis, den diese Frage beschäftigt?


Fange ich mal von vorne an.

Lustigerweise habe ich in einem vorigen Blogartikel über Datingapps den Satz geschrieben:“ Der Mann, der sich da in unser Leben schummelt, muss schon Mister Right hoch 10 sein“. ( Zwischen Tinder, MILF und Omaschlüpfer – Alleinerziehend-Kann ich! (alleinerziehend-kann-ich.de )

In diesem Blogbeitrag habe ich über meine Erfahrungen mit Datingapps geschrieben, die ziemlich frustrierend waren. Was einfach aus Langeweile und Zuspruch meiner Freunde seinen Lauf nahm hat mich dann so sehr geärgert, dass ich es gleich wieder über den Haufen geworfen habe. Und da ich generell auch mit mir selber und meinem Leben zufrieden war, habe ich mir selber an dem Punkt gesagt, dass ich keinen Mann an meiner Seite brauche.

Meine Tochter und ich sind ein eingespieltes Team und uns ging und geht es gut. Deshalb habe ich mir zu dem Zeitpunkt gesagt, dass ich die aktive Partnersuche definitiv nicht weiter fortführen werde. Mal davon abgesehen, dass auch Corona seinen Teil dazu beigetragen hat.

Was ich ebenfalls in dem besagten Blogbeitrag geschrieben habe ist, dass ich definitiv auch niemanden bei der Arbeit kennen lernen werde.


Fazit: Lisa war sich ziemlich sicher, einfach weiter ein Mutter-Tochter Duo zu haben.

Ein Mann an der Seite wäre zwar sicherlich schön, allerdings war ich auch davon überzeugt, dass ich niemanden so schnell in mein Leben und das Leben meiner Tochter lassen werde.
Und das ist noch ein Punkt, der es mir als Alleinerziehende sehr schwer macht, einen Partner zu „finden“ bzw überhaupt in Augenschein zu nehmen.

Ich weiß nicht, wie es den anderen Alleinerziehenden geht, aber bei mir war und ist es so, dass mein Kind oberste Priorität hat. Nicht falsch verstehen, das ist bei den meisten Eltern so, allerdings hast du als Alleinerziehende keinen Gegenpart. Da ist niemand, der die alltägliche Fürsorge mit dir teilt oder dir Raum gibt, regelmäßig auch etwas für dich zu tun.


Und genau das habe ich sehr lange Zeit auch nicht getan.

Priorität hatte für mich immer meine Tochter, wie es mir dabei ging war mir relativ egal. Durch die Situation, dass ich und der Vater meiner Tochter getrennte Wege gehen und sie diese Situation schon von klein auf verarbeiten muss, wollte ich alles andere so schön wie möglich machen. Mein Bestreben war und ist es, die Situation so gut es geht zu kompensieren bzw. es ihr nicht noch schwerer zu machen.

Was ich dabei allerdings vergessen habe, war ich selbst. Und irgendwann merkst du, dass dir etwas fehlt. Auch wenn du es vielleicht nicht gleich benennen kannst. Manchmal braucht es jemand anderes, der dir genau das zeigt. Ich war persönlich nicht unzufrieden, beruflich vielleicht nicht hundertprozentig ausgefüllt , allerdings war ich der Überzeugung ich bin auch ohne Mann ganz glücklich.


Was dann passierte habe ich nicht erwartet und war alles andere als geplant. Denn auf einmal trat jemand in mein Leben, der all meine Prinzipien auf den Kopf stellte.

Ich hab oft darüber nachgedacht, was passieren wird, sollte ich einen Mann kennen lernen. Wie schaffe ich es neben dem Schichtdienst meinem Kind gerecht zu werden und mir nebenbei noch Zeit freizuschaufeln, einen Mann zu daten?

Früher hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, wenn meine Schwester oder meine Freundin mal eine Stunde auf meine Tochter aufgepasst haben, damit ich zum Sport gehen kann. Denn ich hatte das Gefühl, dass ich, da ich schon so viel arbeite, meine freie Zeit für meine Tochter voll und ganz nutzen sollte.


Wie sollte es dann möglich sein, ohne schlechtes Gewissen Dates zu haben und jemanden kennen zu lernen?

Für mich ein ziemlich unmögliches Unterfangen. Mal davon abgesehen, dass ich auch überzeugt war, dass der Mann, für den ich meine wenige Freizeit , die ich mir ermöglichen könnte, „opfere“ schon echt mein Traummann sein muss.

Wie eben schon erwähnt, ist dann allerdings das passiert, was mich im positiven Sinn, komplett aus der Bahn geworfen hat. Man soll ja nicht spoilern, aber ich kann sagen, es war das Beste, was mir neben meiner Tochter bis jetzt in meinem Leben passiert ist.


Und genau da habe ich auch etwas erkannt.

Diese ganzen Gedanken die ich mir gemacht habe, wie ich Zeit finden soll, um jemanden kennen zu lernen, geschweige denn wo ich jemanden kennen lernen soll und ob ich diese Person dann auch in mein und das Leben meiner Tochter lasse, haben sich ganz von selbst gelöst.

Ehrlich gesagt, und davon war ich selber ziemlich überrascht, haben sich mir diese Fragen in keiner Situation gestellt. Ich, die immer absolut dagegen war, ein Kind schnell in eine Beziehung mit einzubeziehen, die, die immer gesagt hat, ich werde mich definitiv nicht so schnell auf einen Mann einlassen und schon gar nicht werde ich ihm meine Tochter vorstellen.


Pustekuchen. Hier bin ich, Lisa, 30 Jahre alt, hat scheinbar ganz zufällig den Mann ihres Lebens kennen gelernt und alle ihre Vorsätze über den Haufen geworfen.

Ok könnte auch ein guter Einstieg im Kreise einer Selbsthilfegruppe sein. Aber vielleicht ist ein Blog manchmal auch so etwas ähnliches. Über den Blog gibt es auch den Austausch mit anderen über bestimmte Themen. Man öffnet sich den anderen, in diesem Fall öffne ich mich sogar der breiten Masse ( gesetz dem Fall, dass diesen Blog die breite Masse liest 😀 ) und teile meine Gedanken, Ängste und Erfahrungen. Aber auch meine positiven und schönen Erfahrungen möchte ich mit euch teilen.


Da bin ich nun und habe wie gesagt gerade alle meine Prinzipien über den Haufen geworfen. Great.

Aber weißt du was, genau das war, und davon bin ich überzeugt, die absolut richtige Entscheidung. Witziger Weise habe ich das Gefühl, dass es da auch nie etwas zu entscheiden gab. Denn es hat sich einfach so zusammen gefügt.

Kennen gelernt habe ich diese besondere Person – jetzt kommt es- bei der Arbeit. Und nein, nicht einfach zufällig im Krankenhaus irgendwo auf dem Flur. Nein, direkt auf meiner Station. Das, was für mich eigentlich ein absolutes No-Go war, eine Beziehung zu einem Kollegen der mit mir zusammen auf meiner Station arbeitet. Genau das ist passiert.
Schicksal? Zufall? Was auch immer es war, ich bin absolut glücklich darüber. Denn so wie wir uns gefunden haben, spielten schon einige fast schicksalshaften Begebenheiten eine Rolle.

Denn nachdem er bei uns hospitiert hat, haben wir uns erstmal nicht gesehen, und auch als er dann 2 Monate später fest bei uns auf Station angefangen hat, hatten wir nie zusammen Dienst. Bis auf den aller ersten Dienst, den er bei uns hatte und den Dienst, der dazu führte, dass wir abends mit einer Kollegin und ihrem Freund was trinken gegangen sind.
Besagter Abend war dann der Startschuss und hat uns zu dem Punk gebracht, an dem wir uns heute befinden. Sprich, Lisa kann den einen Satz schon mal revidieren – “ Ich werde keinen Mann bei der Arbeit kennenlernen.“. Check, doch kann Lisa.


Kommen wir zu Satz Nummer 2, den ich vorhin erwähnte, nämlich dass es schon Mister Right hoch 10 sein muss, der sich in das Leben von mir und meiner Tochter dazu mischen darf.

Check- auch hier hat sich mir selber niemals die Frage gestellt. Komisch oder? Denn meine größte Angst hinter dem Ganzen war eigentlich, dass ich nicht wollte, dass meine Tochter verletzt wird. Mir selber wäre es egal gewesen. Nein, egal natürlich nicht, aber es ist etwas anderes, wenn du alleine von einem Mann verletzt oder verarscht wirst, oder ob das Gleiche auch deinem Kind passiert. Genau das war der Grund, wieso ich ihr auch niemanden vorstellen wollte.

Aber ihn wollte ich vorstellen. Und das tatsächlich recht schnell. Als es dann dazu kam war ich dermaßen aufgeregt und habe einen halben Herzinfarkt bekommen. Meine Nervosität hat sich wohl auf meine Tochter übertragen weil sie die ganze Zeit vor der Tür rum gehüpft ist und gefragt hat wann er denn endlich kommt. Ich habe ihr gesagt, dass ein Freund von mir kommt, den ich ihr vorstellen möchte.


Und heute kann ich sagen, dass die beiden ein Herz und eine Seele sind.

Und es die richtige Entscheidung war, sie einander vorzustellen.
Mir war nur wichtig, dass sie ihn bei uns Zuhause in ihrer gewohnten Umgebung kennen lernt. Den Tipp hat mir auch meine Mutter gegeben. Ebenso den Ratschlag, dass wir uns vor ihr ganz normal verhalten sollen und irgendwann ist es für sie ganz normal und selbstverständlich dass er jetzt dazu gehört.

Ok ich merke gerade, das hier ist kein hilfreicher Ratgebertext, wie man als Alleinerziehende dem Kind den neuen Partner vorstellt. Aber sollte es das überhaupt werden?
Ich glaube ich möchte einfach nur zeigen, es geht. Und es kann ganz wundervoll unkompliziert sein. Was aber wohl auch von sehr vielen Faktoren abhängt. Mir persönlich hat es jedoch einfach nur noch mehr gezeigt, dass alles genau richtig ist.

Was meinst du, was ich für ein Schiss hatte, dass meine Tochter ihn total blöd findet. Oder was wäre, gewesen, wenn er sie nicht mögen würde? Fragen über Fragen, die mir wirklich etwas Angst gemacht haben.

Aber ich glaube Kinder sind da sehr sensibel. Die merken ganz genau, ob dir eine Person wichtig ist oder nicht. Dein Verhalten überträgt sich auch auf das Verhalten deines Kindes. Ist jedenfalls meine eigene Erfahrung. Und letztendlich ist es so: Kinderliebe ist ungefiltert. Entweder mag dich ein Kind oder eben nicht. Dazwischen gibt es nichts.


Die Frage, ob ich meiner Tochter den neuen Mann in meinem Leben vorstellen möchte stellte sich mir überhaupt nicht. Trotz besagter Angst.

Denn das wollte ich unbedingt. Was ich dazu sagen muss ist, dass er mir jedoch von Anfang an das Gefühl gegeben hat, dass wir es in meinem Tempo und genau nach meinen Vorsätzen machen. Lustigerweise hatte ich jedoch recht schnell das Bedürfnis ihn meiner Tochter vorzustellen. Ja du merkst, hiermit hätte ich dann auch Satz Nummer 2 aus meinem vorangegangenen Blogbeitrag entkräftet. Wobei nein – es war der Beweis dafür, dass ich Mister Right hoch 10 gefunden hatte! So jetzt ist es richtig.

Mal im Ernst, was oder wann ist denn der perfekte Zeitpunkt? Nach einer Woche, nach 6 Monaten, nach einem Jahr? Wer sagt mir, Das ist richtig und Das ist falsch? Das große Problem hierbei ist glaube ich, dass wir alle ziemlich von dem Konsens der Gesellschaft geprägt sind und schnell Überzeugungen übernehmen. Oder uns selbst im Weg stehen, weil wir Angst davor haben, was Andere über uns und unsere Entscheidungen denken.


Ich bin ehrlich. Das ist Bullshit.

Früher habe ich auch gesagt, es ist total übertrieben, nach 3 Monaten mit seinem Freund zusammen zu ziehen. „Ich liebe dich“ kann man nicht so schnell sagen, das braucht Monate und Kinder lässt man sowieso komplett raus. Dann habe ich allerdings auch in meinem Freundeskreis gesehen – es funktioniert. Und es hat nichts damit zu tun, wie lange du mit jemandem zusammen bist. Das habe ich selber jetzt auch gelernt. Es kommt darauf an, ob es die richtige Person ist.

Here we go again– Hallo, ich bin Lisa, 30 Jahre alt, war überzeugte Antiromantikerin, habe nach kürzester Zeit „Ich liebe Dich“ gesagt, meinem Freund meine Tochter nach 3 Wochen vorgestellt und ziehe jetzt nach 4 Monaten Beziehung offiziell ( inoffiziell wohnen wir schon seit geraumer Zeit zusammen) mit ihm zusammen. Und jetzt kommts – ich zünde abends sogar mal ne Kerze an- wow ganz romantisch.


Puh, was ist da passiert?

Hätte auch niemals gedacht, dass ich mal so einen gefühlsduseligen Brei hier runter schreibe. Aber – über die richtige Person geht das. Scheint zumindest so. Naja ok, es hält sich noch in Grenzen. Was ich damit sagen will – mir hat diese Person gezeigt, es geht.

Du kannst auch als Alleinerziehende jemanden kennenlernen, trotz Kind, trotz Schichtdienst und kaum Zeit. Und genau das ist der Punkt, wenn der andere es versteht. Wenn kein Vorwurf daraus wird, dass du wenig Zeit hast. Sondern es zum Ritual wird, sich nach dem Dienst für eine halbe Stunde noch auf einem Kaffee zu treffen, bevor du dein Kind von der Kita abholst.

Wenn diese Person dich nicht dazu zwingt, Entscheidungen zu treffen oder du dich gezwungen siehst, dich vierzuteilen, um allen gerecht zu werden. Diese Person unterstützt dich. Von Anfang an. Gibt dir das Gefühl, dass du deine kostbare freie Zeit nicht verschwendest. Du bekommst etwas ganz wundervolles dafür und möchtest deine freie Zeit auch gar nicht mehr alleine verbringen.

Diese Person akzeptiert dich und dein Kind, sieht dein Kind nicht als Anhängsel oder sogar als Belastung. Das habe ich auch schon gehört. Und das sollte niemals der Fall sein.

Uh- jetzt wird mein Text vielleicht doch noch ein klein wenig Ratgebertext. Denn ich habe etwas ganz Wichtiges mit auf den Weg zu geben, was ich selber auch gelernt habe:


Die richtige Person macht uns zu einer Familie.

Und dabei ist es egal in welchem Tempo und wie, wo, wann, wer. Wenn du den richtigen Menschen dafür gefunden hast, wirst du es merken. Und auch wenn der ein oder andere jetzt sagen wird, dass das hier gequirrlte Scheiße ist und ich hier einfach nur rosaroten Brillen Scheiß fasel. Dann kann ich nur sagen sorry, da hast du deine eine Person wohl noch nicht gefunden.
Meine Person ist da und ich hätte niemals auch nur ansatzweise gedacht jemandem zu begegnen, der Erstens so perfekt zu mir passt, und Zweites zusammen mit mir und meiner Tochter meine Familie wird. Ich kann jeden Tag sehen, wie glücklich es meine Tochter macht. Und ich wache selber jeden Tag auf und denke immer noch es ist ein Traum.

Was mich zu der zweiten wichtigen Sache bringt, die ich gelernt habe und dir mit auf den Weg geben möchte:

Du hast das Recht glücklich zu sein. Denn nur wenn du selber glücklich und zufrieden bist, kannst du auch genau das deinem Kind widerspiegeln. Und es schadet deinem Kind nicht, ganz im Gegenteil, es macht dein Kind mindestens genauso glücklich, wie dich selbst.

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